German poem
Ich sprach: »O Sultan du der Schönen
by Hafis (1326–1389)
Ich sprach: »O Sultan du der Schönen. Erbarme dieses Fremdlings dich!«
Er sprach: »Wenn er dem Herzen folget, Verirrt der arme Fremdling sich.«
Ich sprach zu Ihm: »Verzieh' ein wenig!« Er sprach: »Entschuldigt lass mich sein,
Denn es erträgt das Kind des Hauses Vom Fremdling nicht so viele Pein.«
Was grämt's den Zärtling, der da schlummert Auf königlichem Hermelin,
Legt Stein' und Dornen sich der Fremdling Als Polster und als Kissen hin?
Du, der so viel bekannte Seelen An seiner Locken Kette hält!
Dein Moschusmaal auf rother Wange, Ein Fremdling ist's, der sehr gefällt.
Fremd scheint die Ämsenschaar des Flaumes, Die deine Wange rings umschliesst,
Wenn gleich in China's Bilderhause Ein Moschusstrich kein Fremdling ist.
Auf deines Mondgesichtes Farbe Erscheint des Weines Widerschein
Als Fremdling, wie die Ergwansblüthe Auf Rosenblättern würde sein.
Ich sprach: »Du, dessen nächt'ge Locke Der Abend eines Fremdlings scheint!
Du magst dich vor dem Morgen hüten, Wenn dieser Fremdling klagt und weint!«
Er sprach: »Hafis! Selbst die Bekannten Steh'n da verwundert über mich:
D'rum ist's begreiflich, setzt der Fremdling, Krank und von Gram ermattet, sich.«
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