German poem
Ich sprach: »Du warst im Irrthum
by Hafis (1326–1389)
Ich sprach: »Du warst im Irrthum, Das war das Mittel nicht.«
Er sprach: »Was ist zu machen, Wenn so das Schicksal spricht?«
Ich sprach: »So manche Sünde Ward zugeschrieben dir.«
Er sprach: »Weil auf das Stirnblatt Sie ward gezeichnet mir.«
Ich sprach: »Dein böser Nachbar Bracht' dir dies Missgeschick.«
Er sprach: »Mein Nachbar heisset Mein eig'nes böses Glück.«
Ich sprach: »O Mond, wesswegen Lieb'st du mich nimmermehr?«
Er sprach: »Weil schlecht ich liebte, Grollt mir der Himmel sehr.«
Ich sprach: »Du leertest früher So manchen Lustpocal.«
Er sprach: »Es liegt die Heilung Im spätesten allemal.«
Ich sprach: »Du bist das Leben: Was eil'st du so dahin?«
Er sprach: »Wie sollt' ich anders? Muss doch das Leben flieh'n.«
Ich sprach: »Von hinnen reisest Du allzu eilig ab.«
Er sprach: »Nur weil sich dieses Als zeitgemäss ergab.«
Ich sprach: »Aus welchem Grunde Bliebst fern du von Hafis?«
Er sprach: »Zu allen Zeiten War mein Verlangen dies.«
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