German poem
Abend am Rhein
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
Zu Biebrich war’s, am schönen Rhein, Wir saßen, eine Gruppe klein, Bei Fruchteis und beim Römer Wein. –
O wundersüße, holde Rast! Enthoben aller Müh’ und Hast, Im Sonnengold, im Abendglast. –
Dazu so manches liebe Wort Von schönen Lippen hier und dort, Im Herzen tönend fort und fort. –
Die Luft so weich, der Tag so lind, Vom Taunus kam ein leichter Wind, Nur ach – die Zeit rann zu geschwind. –
Wie wär’ das Leben doch so schön, Käm’ nicht beim innigsten Versteh’n Das trübe: Auseinandergeh’n. –