Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Jean Paul

German poem

Jean Paul

by (1784–1847)

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Jean Paul Friedrich Richter, der Wunsiedler, Sollte heißen Wundersiedler, Nach des Geistes Wunderland; Der uns Himmels-Siedlerhütten In das Leben so recht mitten Siedelt in den Quark und Sand.

Sonn-, Mondschein- und Kreuzer-Irrlichts-Flammen Wundersiedert er zusammen, Und steckt uns Laternen an, Daß wir auf der Jakobsleiter Aus dem Land’ der Bärenhäuter Ducken, gucken himmelan.

Liebesbriefe zwischen Mensch’ und Göttern, Zwischen Erd’ und Himmels-Vettern Schickt er mit der Hundespost, Und nimmt, wie die Sternengucker, So jedweden armen Schlucker, Alle Narr’n in Himmelskost.

Stolz macht er uns auf der Menschheit Ahnen, Auf die göttlichen Titanen, Und belaubt das Menschenhaupt; Aber zeigt uns auch den Flegel Und den kleinen Erdenkegel, Den der Kugel Bahn umstaubt.

Er bewirthet freundlich seine Gäste In dem armen Lerchenneste, Setzet ihnen Nektar vor. Aber auch als Katzenberger, Ganz gelassen, sonder Ärger, Schlägt er derb dich hinter’s Ohr.

Blumen-, Frucht- und Dornenstücke wechselnd, Seine Dornen also drechselnd, Daß man sie für Blumen hält, Schneidet friedreich Friedrich Richter Richterliche Bocksgesichter, Liebend strafend Zeit und Welt.

Jean Paul Friedrich Richter, aus Wunsiedel Spielt die Lyra wie die Fiedel, Flöte wie den Dudelsack. Ist Gelehrter und Verkehrter, Jean und Paulus, Götz und Werther, Oriflamme, Schnick und Schnack.

Horcht, ihr Leute, horchet auf den Richter, Auf den verselosen Dichter, Der euch auf die Versen tritt. Zieht levanisch wohlgezogen Vorwärts zu dem Sternenbogen, Denn Jean Paul nimmt gern euch mit.

Richtet euern Blick zu unsichtbaren, Ew’gen Loge, wo die Scharen Seiner Blumen sternhell blühn; Wo sich seines Geistes Geister Leuchtend sammeln um den Meister, Und mit ihm am Himmel ziehn.