Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Kegellied

German poem

Kegellied

by (1784–1847)

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Der Dichter sang manch Liedchen, Ihr Kegel, schon auf euch; Doch kühlt er auch sein Müthchen Sich gern in eurem Reich; Sieht gern euch vor sich fallen, Und wieder auferstehn, Und meint das Erdenwallen Vor sich in euch zu sehn.

Wie eure Holzgestalten, Steif in den Weg gestellt, Stehn mancherlei Gewalten Im Weg’ auch in der Welt. Da fährt die Kugel drunter, Und furchtbar reißt ihr Lauf; Das Holz doch immer munter Steht hölzern wieder auf.

Das sind die bösen Geister, Des Lebens Plackerei’n; Bist heut du ihrer Meister, Auch morgen mußt du’s sein. Nie wird die Ruh’ gefunden, Stets rollt der Kugel Lauf; Die heut du überwunden, Stehn morgen wieder auf.

Doch wird die Lust zu schieben Dem Tapfern nie vergällt; Er lernt das Mühsal lieben, Schickt sich in seine Welt. Ist heut der Stern gesunken, Drückt ihn der Tage Lauf: Er sprüht in neuen Funken Am Morgen wieder auf.

Er folget ohne Wanken Dem ihm gestellten Ziel; Stets neu sind die Gedanken Zum Kegelwurf und Spiel. Gehn heut im Blüthenregen Viel der Gedanken drauf, In immer frischem Segen Stehn schnell die neuen auf.

Jetzt in des Nordens Landen Schiebt mit des Sturmes Macht Der Herbst die Flur zu Schanden, Und decket sie mit Nacht; Doch lassen wir geduldig Der Kegel freien Lauf; Der Frühling, dran unschuldig, Steht immer wieder auf.

Und gar ein böser Schieber Einst Aller Bahn bedroht; Es schiebet Keiner drüber, Er macht uns Alle todt. Doch sendet er im Schube Ja nur uns himmelauf; Wir stehen aus der Grube Nur um so schöner auf.