Versos German Karl Arnold Kortum Die Jobsiade — Dreiundzwanzigstes Kapitel

German poem

Die Jobsiade — Dreiundzwanzigstes Kapitel

by (1745–1824)

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Wie die Correspondenz der beiden Liebenden an den Tag kommt, und wie Jürgen zur Verantwortung gezogen wurde und Esther nach Rudelsburg verschickt wurde.

Jedoch fiele einmal von ohngefähre Ein Brief des Barons an seine liebe Stehre Dem alten Herren in seine Hand, Und da wurde die Correspondenz bekannt.

Er mußte drin mit großem Verdrusse lesen, Daß alles noch war, wie es vormals gewesen, Und daß der Briefwechsel, je länger je mehr, Die Liebe des einen zur andern nähr'.

Der Veteran Jürgen mußte sein Vergehen Vorab bereuen und umständlich gestehen, Und kam zum Liebesbotenlohn Mit achttägigem Arreste davon.

Um aber den fernern Briefwechsel bei Stehren Für die Zukunft völlig abzuwehren, Beschloß man, dieselbe heimlich allsofort Zu verschicken an einen andern Ort.

Zwölf Meilen von Ohnwitz lag ein kleines Gütchen, nahe am Ufer diesseit des Rheines, Wo, mit dem Ohnwitzer Hause verwandt, Frau von Rudelsburg sich seßhaft befand.

Dahin ward dann Esther recommandiret (Ihr Herr Bruder selbst hat sie escortiret) Als eine Jungfer Gesellschafterin, Und Esther ergab sich geduldig drin.

Ob alle Fehde sich hiemit geendet, Oder das Blatt sich etwa anders gewendet, Und was sonst Wichtiges noch geschehn, Das alles wird man in der Folge sehn.