German poem
Die Jobsiade — Neunundzwanzigstes Kapitel
by Karl Arnold Kortum (1745–1824)
Besage der vorhandenen Annotationsbücher, Fand Herr Jobs 2800000 Reichsthaler sicher Zu Amsterdam, London und Hamburg blank Als Kapitalien stehen in der Bank.
Das übrige Gut an Wechseln und Obligationen Betrug mit obigen ohngefähr drei Millionen, Und der Werth von dem Gute Schönhain War, bei meiner Treue! auch nicht klein.
Er war bemüht, der Frau van der Tangen letzten Willen, Ratione der Legaten pünktlich zu erfüllen, Und alles übrige in runder Summ' War nun sein rechtmäßiges Eigenthum.
Er ehrte zwar dies übergroße Vermögen Als einen unverhofften, nicht verwerflichen Segen, Hielt sich aber doch weder glücklicher Noch größer, als er ware vorher.
Er befand sich vielmehr bei seinem Gelde und Gute Lange nicht so behaglich noch bei gutem Muthe, Als er im Ohnwitzer Pfarrstand Sich noch vor einigen Monaten befand.
Es ist ihm damals vor andern allen Sein Eintritt in Schönhain eingefallen, Und da gedachte er an das alte Paar, Deren Gast er bei seiner Ankunft war.
Um sie in ihrem Alter baß zu erfreuen, Kaufte er eine der schönsten Meiereien, Und gab seiner Baucis und ihrem Philemon Dieselbe für damalige Bewirthung zum Lohn.
Er hat auch an seine Schwester Esther geschrieben, Damit sie es wisse, wo er sei geblieben, Und daß sie bei ihm in seinem Schönhain Nächstens würde willkommen sein.
Auch seinen Schildburger Anverwandten Und den daselbst wohnenden Bekannten Machte er seinen jetzigen Wohlstand Zu ihrer freudigen Nachricht bekannt.
Auch hielt er's für eine der größten Pflichten, Dem Herrn von Ohnwitz sein Glück zu berichten, Bekam aber gar keine Antwort; Denn bekanntlich war der Herr von da fort.
Was er sonst Gutes zu Schönhain verrichtet, Davon bin ich nicht genau unterrichtet, Wir sind also nun darauf bedacht, Zu sehen, was seine Schwester Esther macht.
Aus folgendem Briefe läßt sich ersehen, Wie auch alle übrigen Sachen sonst stehen, Er lief mit der Post nach Schönhain Als Antwort von Mamsell Esther ein.
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