German poem
Es hat niemand wie dein Herz über dich Gewalt
by Max Dauthendey (1867–1918)
Eine Geisblattstaude duftet ins Dunkel gerückt Am Weg beim Bild der Madonna aus Stein, Eine tiefhängende Gewitterwolke holte uns ein, Und nahte, wie eine drohende Gestalt Über dein Haupt gebückt. Die Mondsichel stand wie ein Heiligenschein in den Himmel gedrückt. Das Kleefeld duftete dir zu Füßen in die Schwüle verzückt. Und langsam vor dir, wie zerpflückt, wich die Wolkengestalt. Es hat niemand wie dein Herz über dich Gewalt.