German poem
Allgemeines Deutsches Kommersbuch:91
by Rudolf Baumbach (1840–1905)
1. Schwört bei die=ser blan=ken Wehre, schwört, ihr Brüder, all=zu= mal: Fleckenrein sei un=sre Ehre wie ein Schild von lichtem Stahl. Was wir schwuren, sei ge=hal=ten treulich bis zur letz=ten Ruh. Hört’s, ihr Jun=gen, hört’s, ihr Al=ten, Gott im Him=mel, hör’s auch du!
2. Freiheit, duftge Himmelsblume, Morgenstern nach banger Nacht! Treu vor deinem Heiligtume stehn wir alle auf der Wacht. Was er= stritten unsre Ahnen, halten wir in starker Hut; |: Freiheit schreibt auf eure Fahnen, für die Freiheit unser Blut! :|
3. Vaterland, du Land der Ehre, stolze Braut mit freier Stirn! deinen Fuß benetzen Meere, deinen Scheitel krönt der Firn, laß um deine Huld uns werben, schirmen dich von unsrer Hand; dein im Leben, dein im Sterben, ruhmbekränztes Vaterland!
4. Schwenkt der Schläger blanke Klingen, hebt die Becher, stoßet an! Unser Streben, unser Ringen, aller Welt sei’s kundgethan. Laßt das Burschenbanner wallen, haltet’s hoch mit starker Hand, brau= send laßt den Ruf erschallen: Ehre, Freiheit, Vaterland!
1. Setzt euch, Brüder, in die Run=de, Arm in Arm und Hand in Hand!Fei=ern wol=len wir die Stunde, die zum treu=en Freundchafts=bun=de, die zu Brü=dern uns ver=band. Schalle, Ju=bel=lied, und tö=ne Hoch=ge=fühl in uns=re Brust; denn wir sind ja — — ias Söhne, uns=rer Würde uns be=wußt!
2. Treue, heilge Brudertreue fülle unsre Seelen ganz; kein Partei= geist je entweihe, keine Zwietracht je entzweie Söhne Vaterlands! Nein, dem Dienst der Treue fröne jeder gern mit Gut und Blut! Erbten denn nicht freie Söhne freier Väter Geist und Mut?
3. Nur der Ehr, der Freiheit weihe ich mein blankes Burschen= schwert! Meinen Brüdern schwör ich Treue, und kein falscher Sinn entweihe dieses Herz, das euch gehört! Auf zum Sternenhemmel töne feierlich mein Lied empor! Hört’s, — — ias brave Söhne, was ich eurem Bunde schwor!