German poem
Ich wandelte auf öden düstren bahnen
by Stefan George (1868–1933)
Ich wandelte auf öden düstren bahnen Und planlos floss dahin mein leben. In meinem herzen war kein hohes streben Es schien mich nichts an schönheit zu gemahnen.
Da plötzlich sah ich – o wer sollt es ahnen – Ein himmelsbild an mir vorüberschweben .. In meinem innern fühlte ich ein beben Und Liebe pflanzte ihre siegesfahnen.
Ist mir auch täuschung nur und schmerz geblieben Und kann ich Dich von glorienschein umwoben Anbetend und begeistert still nur lieben:
So muss ich doch das gütige schicksal loben Das mich durch Deine hand zur tat getrieben Und zu den sternen mich emporgehoben.
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