German poem
Ich warf das stirnband dem der glanz entflohn
by Stefan George (1868–1933)
Ich warf das stirnband dem der glanz entflohn So dass es klirrte hin und satt verliess ich sie: Den saal in den der süden seine schätze räumt · Die höfe wo das wasser duftig spielt · Der säulenmauern erz und lazuli Und meinen thron – Und ging zu dienen einem pascha der befiehlt In einer Schiras die in rosennebeln träumt.
Ich freute ihn in langen wochen treu Durch jubellieder die ich ihm gesungen · Durch kränze die ich für ihn flocht · Ich beugte mich zu ihm herab voll scheu · Zu ihm der alle meuterer bezwungen Und viele fremde gegner unterjocht.
An einem siegesabend war er heimgekommen Das volk umgab ihn wie der brandung saus · Ich hatte einen dolch für ihn geschliffen: Er stirbt sobald das wachs erlischt – Doch als er kaum die stiegen gross und stolz erklommen Und ich den ehrentrunk für ihn gemischt: Hat eine neue reue mich ergriffen · Ich schleiche blass und stumm hinaus.
In allen strassen und palästen dröhnen Die pauken und die zimbeln im verein Und wein und liebe lohnt den tapfern söhnen · Sie schmücken mit geraubter pracht Die töchter deren lippe glüht und lacht Im garten bei der fackeln gelbem schein.
Der sklave geht · noch einmal kurz vorm tore Will ihm ein strauch der breite bunte blüten trug Vom ruhme lispeln · von der schmach · Er aber traut nicht mehr dem lug · Er bricht den zweig von einer sykomore Und flieht den ort wo seine seele brach.
Der sklave geht · sein werk ist all geschehn. Zum strome wo die sterblichen versinken Und gläubig aller qual erlösung trinken – Er kann der woge jezt ins auge sehn.
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