Versos German Karl Arnold Kortum Die Jobsiade — Siebentes Kapitel

German poem

Die Jobsiade — Siebentes Kapitel

by (1745–1824)

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Wie Hieronimus Verdrießlichkeiten bekam, wegen seines Auflebens, mit dem Todtengräber und seinem Amtssuccessor.

Als Hieronimus wieder zu Kräften gekommen, Hat er sein altes Amt wieder übernommen, Jedoch bei dieser Gelegenheit Gerieth er in bittre Verdrießlichkeit.

Denn schon gleich nach seinem vermeinten Ableben, Wurde der Wächterdienst einem andern übergeben, Folglich hatte dieser etliche Tage schon Das Nachtwächterhorn in Possession.

Dieses aber bei Hieronimi neuem Leben, So mir nichts, dir nichts, ihm wieder abzugeben, Ginge freilich in der Güte nicht; Drum kam die Sache vor Gericht.

Jeder suchte sich also einen Advocaten, Um in dieser kritischen Sache ihm zu rathen, Und vor der Hand ward rechtlich decretirt: Daß das Wächteramt entweder würd' suspendirt,

Oder, weil die Unterlassung der Nachtwache Eine gar zu bedenkliche Staatssache Und bei Feuersbrunst und Dieberei Für das Städtlein gefährlich sei:

So könnten beide Competenten gebührlich, Des Nachts jeder für sich unpräjudicirlich, So daß darin keine Verwirrung sei, Anstimmen ihre nächtliche Melodei.

Das Gehalt aber könnte pendente lite, Unter ihnen getheilet werden in Güte; Allenfalls könnten auch um die andre Nacht Sie halten die gewohnte Wacht.

Dies war nun zwar schon eine verdrießliche Geschichte, Doch eben nicht von so gar großem Gewichte; Indessen kommt selten ein Uebel allein, Und wo Kreuz ist, findet sich Plage leicht ein.

Denn auch der Todtengräber hob wegen seiner Gebühren, Mit Hieronimus Jobs an zu queruliren, Und verlangte von ihm außer Jura und Lohn, Noch besondre Abbitte und Satisfaction.

Da ginge es nun von beiden Seiten An ein heftiges Processiren und Streiten, Weil der Fall so sehr sonderbar, Ja gar einzig in seiner Art war.

Keine Partei wollte der andern weichen, Kein Advocat verlangte auch sie zu vergleichen; Denn jedem Künstler, Krämer und Dieb, Ist sein Verdienst und seine Nahrung lieb.