German poem
Liebesnacht
by Sophie Hoechstetter (1873–1943)
Uns leuchtete noch keine Nacht so tief Wie dieses Sommers schwere Liebesnacht, Da dir dein Herz erwacht, die dir mein Herz gebracht Die uns zum Leben rief –
Spürst du – fern sinkt das letzte Schweigen, Fern klingt der Reigen Verdämmernder Lieder der Einsamkeiten Gieb mir die Hand, Erobererland Liegt viel noch in uns beiden.
Ich fühle, wie Mund und Hände mir begnadet sind Ich fühle, wie dein Blut zum Herzen rinnt – Fühlst du die Nacht? Noch keine war so still – – So still, als seien alle Tränen ausgeweint So still, als trüge sie Tod und Unsterblichkeit vereint – Wie diese, die uns zu den Göttern führen will.