Versos German Amand Berghofer Die Ruhe

German poem

Die Ruhe

by (1745–1825)

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Du Freude, und ihr ruhigen Tage, wo seyd ihr? in der Kindheit, in der Jugend, oder im Alter? Unvermögen lallet aus dem Kinde; sein Gefühl — oder wie nenn ich die Gährung emprionischer Säfte? — gleichet dem Chaos, mit dem es vor kurzen noch rang: kaum ist man als Kind seiner selbst sich bewußt. Als Jüngling ganz Gefühl, aber unreif zur Wahl und Mäßigung. Im kalten Alter, des Genußes der Güter unfähiger, weis man die Regeln des Lebens — und stirbt.

So brausen die Tage des Menschen in rastloser Bestrebung nach Ruhe vorüber! nur im kalten Schoose des Todes trocknen die Schweistropfen unserer Müseligkeit. Wären wir hier ruhig, so könnten wir nicht unsterbliche Seelen haben. Soll ein unauflöslicher Geist an Gegenständen der Vernichtung, sollen mit der Gottheit vertraute Geschöpfe, mit dem Vieh sinnlich an dem Gegenwärtigen kleben? Zur Unendlichkeit überlodernde Flammen, können sie im Schlamme des Zeitlichen verlöschen? Zu sehr sind wir für eine Ewigkeit geschaffen, als daß ein Etwas von so mystischem Selbstgefühle, fähig bis zur Gottheit hinauf zu denken, hienieden sich sättige.