Versos German Amand Berghofer Aufmunterung

German poem

Aufmunterung

by (1745–1825)

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Auf träger Geist! die Zeit verflieht; Der Lenz, der Jugend Flor verblüht: Sey dankbar und genieß dein Gut! Sey Jüngling! Lern voll edlen Muth, Wann stürmend Ungewitter blitzen, Mit Weisheit dich, und grauer Klugheit schützen.

Der Gram entehrt, ermuntre dich! Er setzt die Seele unter sich Bis zur Unthätigkeit herab, Und baut aus uns ein wandelnd Grab. Die Embrionen edler Thaten Erstickt in dir des Unmuths düstrer Schatten.

In Tiefsinn wandelst du herum, Gleich deinem Schatten traurig stumm; Geselligkeit und freyer Muth Weicht vom Gesicht; dein junges Blut Eilt nicht mehr froh, von Gram gehemmet, Der in den Adern schleicht, dein Herz beklemmet.

Dein scheuer Blick, dein trüber Sinn Kriecht niedrig an der Erde hin. Flieh, flieh von dir, von deinem Gram! Soll Unmuth, unverdiente Scham. Und Blödigkeit die Stirn umhüllen? Die Ehre ist im Herzen: lern sie fühlen.

Vor andern arm, verachtet, klein, Lern, ohne Zeugen groß zu seyn. Sey standhaft; denn auch dein Geschick Steht in der Vorsicht Buch. Dein Glück, Das itzt noch schläft, wird einst erwachen, Und doppelt dich die Freuden Fühlen machen.

Noch lebt so mancher Menschenfreund, Der Kunst mit Redlichkeit vereint, Der Recht und Tugend noch vertheidigt, Den Deine Armuth nicht beleidigt, Der Menschen gerne glücklich siehet, Zum Mitleid nicht zu vornehm, dich nicht fliehet;

Der an den Seufzern Antheil nimmt, Die Thräne, die im Auge schwimmt, Als Freund zu trocknen sich bemüht; Als Freund, wann er dich fehlen sieht, Dir nachsichtvoll entgegen eilet, Und den Verstand von Wahn und Irrthum heilet.

Noch läßt das Schicksal — Deiner Jugend Den Trieb zur Redlichkeit und Tugend; Noch kann dein zärtliches Gefühl, Wenn dich das Glück auch hassen will, Im stillen Schatten seelger Linden Des Frühlings Lust, und die Natur empfinde.

Sey größer, als dein Unglück ist, Erhabner, als die niedre List Und Frechheit eines Pöbels reicht, Der, Würmern gleich, im Finstern schleicht, Der das, woran er stoßt, nur fühlet, Durch sich gestraft, im Stoffe Blindlings wühlet.

Ist dieser Vorzug dir zu klein; so must du selbst unedel seyn. Ein edler Geist, in sich beglückt, Zu stolz, was ihm die Welt entrückt, Um Pupentand, und Eitelkeiten Den Müssigen, den Thoren zu beneiden,

Kriecht sklavisch nicht um Ehr und Glück Ihm schwärzt kein niedres Bubenstück. Die heitern Mienen im Gesicht. Gelassen thut er seine Pflicht; Sieht aufrecht auf der Tugend Wegen, Sich selbst bewußt, der Ewigkeit entgegen.