German poem
Das freywillige Leiden
by Amand Berghofer (1745–1825)
Nach dem Französischen des Thibault, Grafen von Champagan und König von Navarra. Aus dem 12ten Jahrhundert.
O dürft ich deiner Augen Zauberblicke nicht sehen! O könnt ich, Doris! Die Töne Der reizenden Stimme nicht hören; So würde mein Leiden sich enden. Ach! aber ach, mein Herz verblutet Sich ohne dich! und meine Augen Sind trüb, und meine Ohren Sind nur an deine Stimm gewöhnet. Ich will dich lieber sehen, Ich will dich lieber hören, Und lieber alles leiden.
Doch leid ich ohne Hofnung, Und hoffe stets vergebens; Die Wehmuth wird mich tödten.
=Las! Si javois pouvoir doublier Sa beauté, sa beauté, son biendire, Et son tres doux, tres doux regarder, Finiroit mon Martyre; Mais las! mon cœur je nen puis ôter,=
=Et grande affolage Mest desperer.=
Doch eben diese Wehmuth, Der Liebe süsse Wehmuth Versüsset alles Leiden; Die Liebe giebt mir Kräfte. Und wie, wie könnt ich, Doris! Wie deine Zauberblicke, Den sanften Ton vergessen? Ich will dich lieber sehen, Ich will dich lieber hören, Und lieber alles leiden.
=Mais telle Servage Donne Courage Atout endurer. Et puis comment, comment oublier Sa beaute, sa beaute, son biendire? Et son tres doux, tres doux regarder? Mieux aime mon Martyre.=