Poet
Omar Khayyām
1048–1131
German
- Ach böser Fastenmond! Hin ist die Zeit, in der wir tranken
- Alle Herzen sind von Kummer, seit du fern bist, aufgerieben
- Alle sind wir nun versammelt um der Liebe heil'gen Herd
- Allem wohl entsagen kann ich, aber nur dem Trinken nicht
- Alles Leben hier auf Erden ist nur Trug und hohler Schaum
- Als eine Nachtigall im Gartenhain
- Als Gottes Wort ist der Koran von je berühmt gewesen
- Als meinen Körper Gott aus Lehm erschaffen hat
- Am Tag, als das rollende Rad des Himmels zu kreisen begann
- An Rubinenlippen schwelgend, in der Hand den Becher Wein
- Auf der einen Seite hundert Fallen hast du aufgestellt
- Auf der Erde wie viel Menschen seh' ich, die in Schlummer liegen!
- Auf dieser Welt, wo neuen Gram uns bringt ein jeder Atemzug
- Auf nun und das Frühlied sing! den Becher voll Weines mir bring
- Auf! erheb den Fuß zum Tanze, den wir mit der Hand begleiten!
- Bald verhüllt und jedem Blicke unerreichbar waltest du
- Bald, beraubt des Lebenshauches, werden wir dort unten ruhn
- Barmherzig und voll Huld ist Gott! für jede Schuld im Leben
- Begriffe dieses Leben nur von Grund aus unser Geist
- Bevor dereinst aus dem Paradiesesfluß
- Bin ich berauscht von edlem alten Wein, so bin ich's
- Blindheit ist's, ihr Menschen, daß ihr vor dem Tode bange seid
- Bring her den flüssigen Rubin, den Liebling aller edlen Seelen!
- Bringt einen Becher mir, so groß, daß man ihn schwer nur hebe!
- Chijam! wie durch einen Vorhang ist das Weltall dir verschlossen
- Da die Dinge sich auf Erden nie nach unserm Wunsch gestalten
- Da die Tage unsres Lebens rasch und unaufhaltsam schwinden
- Da einst ich verlasse dies irdische Haus
- Da jede Freude von vordem dir bis auf die Erinnrung schwand
- Da von der Erde fortzugehn verhängt uns o wie bald ist
- Da wir doch von hinnen müssen, o was hilft dies ganze Leben?
- Da, nach deinem Wunsch zu leben, dir das Schicksal keine Macht gibt
- Darf ich nur dich lieben, willig werd' ich jede Pein dann tragen
- Das ganze Jahr betrunken sein, geziemt dem echten Weisen
- Das Rad der Zeit in seinem ewigen Kreisen
- Das Schicksal ist ein fester Gurt, der unser armes Sein umschließt
- Das Tor zu öffnen hast nur du die Macht – laß mich denn ein!
- Dein göttliches Erbarmen kennt der Fromme nicht, denn er ist blind
- Deine Leidenschaft, o Mensch, gleicht den Kettenhunden
- Deiner Sünden wegen, Chijam, was in Kummer dich verzehrst du?
- Dem Brüten über dieses Sein, ich rat' euch, daß ihr ihm entsagt
- Dem Sturme, der hinbraust zwischen Trümmern
- Dem Wein uns geben wir ganz dahin, ihm, der uns mit Wonne begnadet
- Den Hörsaal mancher Weisen, mancher Frommen
- Den Tag, der gestern war, vergiß!
- Den Töpfer in seiner Werkstatt zu grüßen
- Den Wein her! ich kann ihn erwarten kaum
- Der Arbeit und der Frömmigkeit den Rücken kehren, das ist gescheit
- Der Gegenwart nicht denkend, noch an das Vergangne
- Der ich der Weisheit Zelte sonst genäht, nun vom Geschicke
- Der ich mit meinem Barte gefegt den Staub vom Boden der Schenke
- Der Mensch kam auf die Welt und wurde nicht gefragt
- Der strebt nach Ruhm und schätzt gering das Heut
- Der Wassertropfen klagte, daß getrennt er sei vom Ozean
- Dereinst am Tag des Gerichts, wenn die Sterne droben erblassen
- Des Ew'gen Finger schreibt der Menschen Schicksalsbuch
- Des Königs Krone würd' ich gern, den Kajanidenthron verkaufen
- Die laue Liebe ist ein Feuer, das ohne Glanz und Wärme brennt
- Die mit dir leben, bald ruhen sie
- Die Quelle des Lebens sprudelt im Wein
- Die Traube kann mit Überzeugungskraft
- Die Welt, jüngst eine Hölle noch, zum Himmel ward sie nun
- Dies flücht'ge Leben, was verschlägt's, ob's süß ist oder herbe?
- Dies Schloß, wie der Himmel so leuchtend, einst strotzend von Gold und von Schätzen
- Diese Großen, die mit ihren Titeln, ihren Würden prahlen
- Dieser Grabbewohner Reste, die in Staub und Asche sanken
- Dieser Himmel, der tyrannisch droben wälzt sein ew'ges Rad
- Dieser Wein, der in verschiednen Formen sich den Sinnen weist
- Dieses alte, morsche Gasthaus, das man auch die Erde heißt
- Dieses Frömmeln, dieses Heucheln, Schenke! wird mir unausstehlich!
- Dieses rollende Rad des Himmels ist zu unserm Tod verschworen
- Dieses Schloß, in welchem Bahram froh den Becher oft gefüllt
- Du baust auf Hoffnungen, der Allzurasche?
- Du bist der Gebieter, du lenkst das Geschick der Lebenden und der Toten
- Du fragst, was diese Welt sei? Wohl! ich will dich nicht betrügen
- Du willst, ich soll mit einem Wort dir, was der Mensch ist, sagen?
- Du, der die Schlange uns gesellt in Eden
- Du, nach dem die Welt, die ganze, unaufhaltsam strebt und ringt
- Ein armer Verliebter ist, wie ich, einst dieser Krug von Lehm gewesen
- Ein Berg selbst tanzte vor Lust, wenn mit Wein er würde begossen
- Ein Götzendiener der Liebe bin ich, kein gläubiger Gottverehrer
- Ein schmutz'ger Mönch im Kuttenrock, gewoben wie aus Höllenrauch
- Ein seltsam Siegel, wahrlich, hast du unserm Wesen aufgedrückt
- Ein Stier ist, der drunten auf seinem Horne die Erde hält
- Ein Weiser erschien mir im Traum und sprach
- Ein Welterobrer Mahmud ist der Rebensaft
- Eine Flasche roten Weines und ein Büchlein mit Gedichten
- Einen Duft von dir erhaschte heut mein Herz im Morgenwinde
- Einer ist im Himmel droben, der dein Tiefgeheimstes kennt
- Einer umgestürzten Schale ist der Himmel zu vergleichen
- Einrichten magst du dich nach Herzenslust
- Einst am Ende wird vom Leibe dir der Tod die Seele trennen
- Einst werden zu Staube meine Glieder
- Einst, wenn zur Fabel ich auf Erden ward
- Erblick' ich ein rosiges Angesicht, gleich fliegt ihm all mein Wesen entgegen
- Erblickt ihr eine Rose, prächtig rot
- Erkunden wollt' ich, wo der Garten Eden
- Freund! laß jeglichen Gedanken an die Zukunft uns begraben!
- Frisch nach dem Regen strahlt das Grün auf allen Rasenplätzen
- Früh bei Sonnenaufgang täglich will ich in das Weinhaus gehn
- Fühlst du keine Scham, nach niederm Tand und Reichtum nur zu trachten
- Für eine magische Laterne ist diese ganze Welt zu halten
- Gäb' es keinen Wein auf Erden, keinen Schall der Irakflöten
- Ganz unwert bin des Himmels ich, und auch die Hölle will mich nicht
- Ganz vergleichbar ist dein Leib, o Chijam, einem Fürstenzelt
- Gedenk' ich der Sünden, die ich begangen
- Geknetet ward der letzte Mensch schon aus dem ersten Erdenschlamme
- Geschaffen hat den Himmel nur der Mensch durch sein Verlangen
- Gestatte den Tagen nicht noch den Nächten auf Erden
- Gestern in des Töpfers Werkstatt sah ich hundert Krüge stehn
- Gestern vor der Morgendämmrung, einen Becher in der Hand
- Gewalt'ge Leidenschaften hat uns Gott zuerst ins Herz gepflanzt
- Gib dich nicht dahin dem Kummer über diese böse Welt!
- Gib einen Fußtritt dem Himmel! laß ab
- Gleich geschmolzenen Rubinen glänzt im Glas des Weines Welle
- Glückselig wer schlicht und verborgen auf Erden lebt
- Gönnt mir, mit dem Liebchen im Gartenrund
- Grüßt ehrfurchtsvoll von mir den Mohammed
- Hat deines Reiches Glanz sich je durch meinen Gehorsam gesteigert?
- Heut aus der Schenke sah ich einen Trunknen taumeln
- Heut ist der heiligste Fastentag
- Heut morgen erscholl ein Ruf aus der Schenke
- Heut von Liebe sind wir trunken; in der Andacht höchstem Schwung
- Hier in der Schenke, mit Wein allein wird hier die Waschung gehalten
- Hinter den geheimnisvollen Vorhang drang noch nie ein Blick
- Horch! der Muezzin ruft vom Minarete!
- Hüte dich, daß nicht die Zecher dich der Nüchternheit bezeihn!
- Ich bin der Häuptling aller Weinhausgänger
- Ich bin ein Sklave, der sich empört; wie reimt sich das mit deiner Macht?
- Ich habe des Daseins Höhen und Tiefen, soviel es der Geist vermag, durchdrungen
- Ich lodre hoch in Liebesglut zu einer jugendlichen Schönen
- Ich weiß nicht, wer zu diesem Sein auf Erden mich erschaffen hat
- Ich weiß, nicht hängt sich des Verständ'gen Geist
- Ihr Freunde! füllt mir den Becher mit Wein, damit mein Herz nicht darbe!
- Ihr sagt mir: »Morgen hebt er an, der heil'ge Mond der Fasten
- Ihr sagt, daß für mein Zechen einst mir schwere Strafen drohn
- Ihr Töpfer, die emsig den Ton ihr knetet
- Im Paradies verheißt ihr mir schwarzäugiger Huris Küsse
- In den Kirchen und den Klöstern, den Moscheen und Synagogen
- In der Wüste, wo er wohnte, traf ich einen Menschen an
- In dieser Welt, wo alles vorbei uns flieht in hurtiger Flucht
- In eines Weinwirts Hause tat an einen Greis ich jüngst die Frage
- In Höhn und Tiefen, nah und fern
- In unsrer Größe Trunkenheit wie waren wir so eitel!
- Ist der Sinn von Wein und Rosen doch nur Weinverehrern klar!
- Ja, ich trinke Wein, und jeder, der Verstand hat, weiß, mein Zechen
- Jener, der die Welt geschaffen, in der armen Menschen Herzen
- Jetzt, wo die Rosen ihre Knospen brechen
- Jüngling, auf! der Freude jage nach bei ihrem Flug, dem raschen!
- Jüngst aus dem Buch der Liebe zog ich eben mir ein Los
- Kaum daß der Ruhe wir am Lebensquell
- Kein Hügel soll auf meinem Grab sich erheben
- Keiner hat vom Weltgeheimnis je den Schleier noch gehoben
- Keiner ist, der in der Dinge Urgrund jemals eingedrungen
- Klag nicht den Himmel dafür an, daß Qual
- Lang wurden Irems Garten und Palast
- Laßt einen Tropfen, eh' das Glas wir leeren
- Läßt es denken sich? Derselbe, der des Bechers Schönheit schuf
- Laßt genießen uns jedwede Spende
- Laßt trinken uns nun beim Morgenrot! Sagt an, was kann es uns kümmern
- Leb froh, solang dein Leben währt! Nach deinem Erblassen
- Leise! leise! in das Weinhaus laßt uns leisen Schrittes wandeln!
- Lieg' ich im Rausch, so wüßt' ich nicht, was es mich kümmern sollte
- Lust ziemt der Jugend und Liebe und Trinkgelag
- Mag der Saft der Reben immer schäumen mir in vollen Krügen
- Man sagt: am jüngsten Tag dereinst wird streng Gericht gehalten
- Man sagt: Wer nicht sich des Weines enthält
- Mehr dünkt ein Zug aus der Flasche mich wert, als aller Erdenruhm
- Mein Liebchen – möchte doch so lang ihr Leben dauern, wie mein Gram! –
- Meinen tongeformten Becher brach ich gestern nacht entzwei
- Menschen gibt es, die in eitlem Dünkel jeden sonst verachten
- Menschen, o ihr Toren, alles, was ihr tut und seid, ist nichts!
- Mit der Welt wie sie ist – so lautet mein Rat –
- Mit einer heb' ich den Koran, den Becher mit der andern Hand
- Mit Freunden, statt dich um Gold und Silber zu mühen
- Mittel nicht zu finden weiß ich, um mit dir mich zu vereinen
- Mühsam und emsig hab' ich der Weisheit Korn gesät
- Nein! nie werd' ich aus Furcht vor seines Zornes Falten
- Nicht hoffe heute auf den nächsten Tag!
- Nicht um den Weltlauf gräme dich du!
- Nichts hat es der Welt genützt, als ich auf die Erde gekommen
- Nie eine Sekunde, seitdem ich bin, verbracht' ich anders als trunken
- Nie war ein Mensch noch sündenlos, ob Weib nun oder Mann
- Niemals noch, solang ich denke, war das Glück mit mir im Bunde
- Nimm an, du wärst zum Ziel gelangt mit allem Streben – was alsdann?
- Nimm den irdnen Krug, Geliebte, nimm den Becher in die Hand
- Noch – unserm Schenken sei's gedankt! – bleibt übrig mir ein Atemzug
- Nun fängt die Lust von neuem an, des Predigers Stimme schweigt
- Nun ist der Lenz geschwunden mit der Rose
- Nur Gram und Tränen, welche rastlos rinnen
- Nur Leiden schafft der Himmel uns armen Verlornen
- Nur Puppen, mit denen das Schicksal spielt, sind hier auf Erden wir
- O du, der Schöpfung Inbegriff, laß ab vom niedern Tand
- O fände irgendwo das Herz nur eine Ankerstätte!
- O Freund, da einmal solches Los das Schicksal dir bestimmt
- O funkelnder Wein! so viel laß mich zechen
- O Gott, Barmherz'ger, huldvoll sei mir!
- O Gott, wenn du barmherzig bist, wie das der Gläub'ge von dir sagt
- O grimm'ges Schicksal! nichts als nur Verheerung
- O Herr der Herren, heiliger Prophet, willst du, daß ich dir künde